Interfriesisches Bauerntreffen in Nordfriesland


Am 6. Februar begrüßte Carl-Friedrich Thormählen für den Kreisbauernverband Husum-Eiderstedt die rund 70-köpfige Schar, an der die drei Frieslande jeweils etwa mit etwa einem Drittel beteiligt waren. Der nordfriesische Landrat Dieter Harrsen – gerade 100 Tagen im Amt – schilderte die im Kreis Nordfriesland anstehenden Schritte zur Modernisierung.

Am 7. Februar führte eine Tagestour die friesischen Bauern auf die Insel Pellworm, wo Bürgermeister Klaus Jensen und Jürgen Feddersen (CDU-MdL) die Führung übernahmen. Sie erläuterten die Erfordernisse einer zeitgemäßen Landwirtschaft unter Inselbedingungen. Das mehr als einen Meter unter dem mitleren Tidehochwasser gelegene Land des Großen Kooges in der Mitte der Insel etwa kann nur mit einem aufwendigem Pumpensystem entwässert werden. Bei der Kostenberechnung müsse jeweils eine nicht unerhebliche „Frachtrate“ einbezogen werden, weil die Versorgung nur über See erfolgen könne. Inselbürgermeister Jensen hob hervor, dass sich im Rahmen der auf Pellworm seit langem intensiv betriebenen Projekte zur Gewinnung erneuerbarer Energien aus Wind, Sonne und Biogas auch viele junge Inselfamilien ein Zusatzeinkommen sichern. Auf dem Programm standen auch die Besichtigung des alten Pellwormer Hafens und der Turmruine der Alten Kirche.

Der 8. Februar diente kulturellen Aktivitäten. Holger Haustedt führte durch das von der Karin-und-Peter-Cohrs-Stiftung getragene Schiffahrtsmuseum Nordfriesland am Husumer Zingel, in dem er ehrenamtlich mitwirkt, und erläuterte die maritime Tradition der Region Nordfriesland. Der Nordstrander Boy Erichsen führte durch die Kreisstadt und erläuterte das kulturelle Erbe anhand von Stippvisiten etwa beim Schloß vor Husum und beim Theodor-Storm-Haus. Er machte deutlich, dass die Geschichte Husums ohne enge Beziehungen zum Umland und insbesondere zur Landwirtschaft in den Marschen nicht denkbar ist. Auf dem Programm stand zudem die Besichtigung der Firma Gutbier, wo über die Verwendung von Naturfarben informiert wurde.

Der Tag klang aus mit einem Besuch im Roten Haubarg in Witzwort, der neben der Gastronomie ein Museum mit historischen landwirtschaftlichen Gerätschaften bietet. Am folgenden Tag traten die Gäste nach einem Abschlusstreffen in Bredstedt die Heimreise an.

Fortgesetzt wird die interfriessische Arbeit im April mit dem Besuch einer Klasse von Landwirtschaftsschülern aus Westfriesland, die sich in einem viertägigen Schnellkurs unter Leitung von Dr. Hans Peter Adzersen, der im Grünen Zentrum Bredstedt für die Ausbildung des Agrar-Nachwuchses verantwortlich ist, darüber informieren sollen, was es heißt, im 21. Jahrhundert in Nordfriesland Bauer zu sein.

Das Interfriesische Bauerntreffen findet jährlich statt. Im kommenden Jahr treffen sich die Bauern in Ost-Friesland, das "Goldene Jubiläum" zum 50. Treffen gibt es 2010 in Westfriesland.

Carl-Friedrich Thormählen